Kulturkreuzzug 2.0


Der Ossi hat ne Banane und nen Videorecorder gekriegt. Damit war er christianisiert.

Soweit die kritische Würdigung der Nachwendezeit meines PW-Lehrers Ende der 1990iger Jahre in der heutigen SBZ. Nun ja, nachdem der Wilde Osten befriedet worden ist und die Ostexpansion fast abgeschlossen ist wendet sich der Szenehopper nun dem „wilden Kurdistan“ zu- sprich Berlin Wedding. Ehemals als roter Wedding bekannt ist, ist er heute in einigen Bereichen eher ein Teil von Kücük Istanbul, wie vor allem die Flaggenparaden der letzten Wochen und die höchst professionellen Autokorsos zeigten.

Da jedoch viele der Bewohner weder mit Bananen noch mit popeligen Videorekordern christianisiert werden können ( hier auch sowieso ein großes DIKKAT mit Religion und so weissu) muss man sich was anderes einfallen.

Speerspitze der Verbesserung des Wohngebietes mit dem euphemistischen Ziel:

„These are very long-term projects that aim to attract a different demographic to Wedding,“

sind unsere lieben Künstler, die bereits im Trendtussiartikel Erwähnung fanden.

Am 19. / 20 Juli wird für diese mal wieder tüchtig die Werbetrommel gerührt wie die beigefügten Artikel aus der Berliner Woche und einem Trendorgan, der 030,unter-streichen.

Besondere Beachtung verdient jedoch meines Erachtens der kleine unscheinbare Bericht über die Dimension der Migrantenzahlen in Berlin, der zufälligerweise neben dem Aufmacherartikel in der Berliner Woche zu finden war. Vielleicht sollte man das Geld was man für sinnlose Kunst und Läden, in denen einem Klamotten aus Humanakartons verkauft werden, eher zur Verbesserung der Chancen der Bewohner dieser Gebiete ausgegben werden. Zum Beispiel mehr Freizeitangebote für Schüler oder eine Sicherung der bereits bestehenden Projekte in denen mit den Jugendlichen gearbeitet wird.

Das dies jedoch nicht in die Konzeption der DeGeWo vom Wedding 2.0 passt wurde jedoch spätestens im Januar 2008 deutlich als die Dönerbuden der Brunnestraße weichen mussten, um Platz für Kunst, Kultur und Kommerz zu machen.

In diesem Sinne

Hoşgeldiniz Stuttgartisierung !

Eine Antwort

  1. Vielen dank für diesen sehr interessanten Artikel, ähnliches geschieht schleichend und offentichtlich auch von den dortigen Bewohnern nicht bemerkend, auch im ach so heruntergekommenen Neukölln…
    dem „vergessenen bezirk“ laut Bezirksbürgermeister. Nur das hier glücklicherweise die öffentliche Hand noch nicht soweit ist, unser geld für Nippes ausm fenster zu werfen. Nichts gegen Kunst und Kultur, in keinster Weise, aber das sollen die Kiezbewohner dann selber in die hand nehmen und nicht irgndwelche dahergelaufenen neuen Kunst Yuppies die unsere Steuergelder für Nippes kassieren…

    Also, soweit alles klar? Haltet die Ohren, und nur die Ohren, steif.

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