Heute gehört uns „PrenzlBerg“ und morgen der ganze Rest
September 5, 2008

Da inzwischen der Schwabengulag im Herzen der Stadt aussieht wie die langweilige Provinz die sie ausgespuckt hat, besinnen sich unsere fleißigen Gentrifierpioniere aus 0711 auf die Doktrin ihrer Repsfreunde und greifen in bester VoR-Politik aus auf andere Bezirke….

Dazu bedient er sich diesmal nicht etwa der beühmten Bioläden oder den obligatorischen Lattebars sondern nein, im Wedding versucht man mit angeblicher Kunst und unter Hilfe der DeGeWo sich einzunisten, wobei ironischer Weise der Name der Organisation „Kolonie Wedding“ schon so gut wie alles über die Absichten verrät – obgleich sie fleißig Sticker kleben mit dem Motto „Kunst ist keine Kolonialware“.

Ein gutes Beispiel für diese überbezirkliche Verdrängungstaktik, die ihre neue Heimat im Wedding gefunden hat ist die Schwedenstraße. Eigentlich von der Sozialstruktur her vergleichbar mit der Koloniestraße und der Schulstraße finden sich hier auf cirka 500m. gleich sechs Galerien oder so genannte Künstlerwerkstätten, was sicherlich einmalig für normale Berliner Verhältnisse außerhalb der SBZ ist.

Nachdem, wie eigentlich zu erwarten, außer an den Eröffnungstagen wenn Vati und Mutti aus Wessiland anreisen oder die „echt-an-Subkultur-und so-weißt-Du-interessierten“ Kommilitonen und Professoren, kein Schwein in diese Ausstellungen geht -vielleicht weil die Künstler keinerlei Verbindung zu den Bewohnern haben??? –  versucht man nun mit Plakaten offen die Brücke zur Zone zu schlagen wie diese Bilder beweisen.

Bleibt zu hoffen, daß auch weiterhin die Resonanz niedrig bleibt, denn die Mensch im Wedding brauchen viel aber Galerien die an ihren realen Alltagssorgen vorbeigehen und von Berliner Wohnungsbaugesellschaften auch noch finanziert werden sind sicherlich nicht angebracht.

Ergo STOPPT STUTTGARTISIERUNG und Demaskiert Kolonialkünstler !

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Kulturkreuzzug 2.0
Juli 9, 2008


Der Ossi hat ne Banane und nen Videorecorder gekriegt. Damit war er christianisiert.

Soweit die kritische Würdigung der Nachwendezeit meines PW-Lehrers Ende der 1990iger Jahre in der heutigen SBZ. Nun ja, nachdem der Wilde Osten befriedet worden ist und die Ostexpansion fast abgeschlossen ist wendet sich der Szenehopper nun dem „wilden Kurdistan“ zu- sprich Berlin Wedding. Ehemals als roter Wedding bekannt ist, ist er heute in einigen Bereichen eher ein Teil von Kücük Istanbul, wie vor allem die Flaggenparaden der letzten Wochen und die höchst professionellen Autokorsos zeigten.

Da jedoch viele der Bewohner weder mit Bananen noch mit popeligen Videorekordern christianisiert werden können ( hier auch sowieso ein großes DIKKAT mit Religion und so weissu) muss man sich was anderes einfallen.

Speerspitze der Verbesserung des Wohngebietes mit dem euphemistischen Ziel:

„These are very long-term projects that aim to attract a different demographic to Wedding,“

sind unsere lieben Künstler, die bereits im Trendtussiartikel Erwähnung fanden.

Am 19. / 20 Juli wird für diese mal wieder tüchtig die Werbetrommel gerührt wie die beigefügten Artikel aus der Berliner Woche und einem Trendorgan, der 030,unter-streichen.

Besondere Beachtung verdient jedoch meines Erachtens der kleine unscheinbare Bericht über die Dimension der Migrantenzahlen in Berlin, der zufälligerweise neben dem Aufmacherartikel in der Berliner Woche zu finden war. Vielleicht sollte man das Geld was man für sinnlose Kunst und Läden, in denen einem Klamotten aus Humanakartons verkauft werden, eher zur Verbesserung der Chancen der Bewohner dieser Gebiete ausgegben werden. Zum Beispiel mehr Freizeitangebote für Schüler oder eine Sicherung der bereits bestehenden Projekte in denen mit den Jugendlichen gearbeitet wird.

Das dies jedoch nicht in die Konzeption der DeGeWo vom Wedding 2.0 passt wurde jedoch spätestens im Januar 2008 deutlich als die Dönerbuden der Brunnestraße weichen mussten, um Platz für Kunst, Kultur und Kommerz zu machen.

In diesem Sinne

Hoşgeldiniz Stuttgartisierung !